Die Burschenschaft Markomannia Aachen Greifswald ist eine sich den Prinzipien der Deutschen Burschenschaft verpflichtende akademische Verbindung mit klarem Bekenntnis zum Waffenstudententum.

 

Benannt nach dem germanischen Stamm der Markomannen ist die Markomannia eine Studentenverbindung, die der burschenschaftlichen Bewegung angehört und sich zu deren Idealen und Zielen bekennt.

 

Aufbau

Als Burschenschaft gliedert sie sich organisatorisch in die Aktivitas und die Altherrenschaft, die zusammen den Gesamtbund bilden. Die Aktivitas besteht dabei aus den aktiven Studenten, die eigenverantwortlich den Großteil des Bundeslebens organisieren und durchführen. Dieses ist von Kneipen, Conventen, Kommersen, Mensuren aber auch dem lockeren Zusammensein und viel gemeinsamen Spaß geprägt. Die Aktivitas gliedert sich in unterschiedliche Mitgliedsstadien, mit denen verschiedene Aufgaben, Rechte und Pflichten verbunden sind. Als Fux beginnt man als Probemitglied.  Die Burschen stellen den Kern des Bundes dar. Ältere Mitglieder, deren Studium sich dem Ende zu neigt, werden inaktiviert, um sich auf ihren Abschluss zu konzentrieren.

Die Altherrenschaft ist der Zusammenschluss der Markomannen, die erfolgreich ihr Studium und das Aktivenleben abgeschlossen haben, um in die Berufswelt zu starten.

Die Mitglieder bilden einen Lebensbund, dessen Bundesbrüderlichkeit und gemeinsame Verkettung alle Markomannen ein Leben lang verbindet und zu Beistand verpflichtet.

 

Mitgliedschaften

Die Markomannia ist Mitglied des burschenschaftlichen Dachverbandes der Deutschen Burschenschaft (DB) und der DB internen Arbeitsgemeinschaft der Burschenschaftlichen Gemeinschaft (BG). Sie unterhält besondere Beziehungen zu der Berliner B! Gothia, mit der ein Freundschaftsverhältnis besteht  und der Grazer Akademischen B! Allemannia, mit der sie durch ein Achsenverhältnis verbunden ist.

Darüber hinaus hat die Markomannia eine innige Verbundenheit zu der ersten pommerschen und Greifswalder Pennalen Burschenschaft Ernst-Moritz-Arndt (e.p.u.e.G.pB! EMA!), die die gleichen Werte, Ideale und Ziele der Markomannia im schulischen Bereich umsetzt.

 

Couleur

Die Farben der Markomannia sind schwarz-gold-rot mit goldener Perkussion. Sie entsprechen damit den deutschen republikanischen Farben, die seit den Befreiungskriegen als Sinnbild für eine vereinigte Deutsche Nation demokratischer Prägung stehen. Die hier abweichende Anordnung der Farben ergibt sich daraus, dass die republikanischen Farben zum Gründungszeitpunkt der Markomannia Greifswald (1987) in der DDR nur in Verbindung mit Hammer, Zirkel und Ährenkranz geführt werden durften. Im Grundsatz der Ablehnung der Symbole der DDR und im Bestreben des Gedankens einer deutschen Wiedervereinigung wurde diese Anpassung gewählt. Als Kopfcouleur führt die Markomannia eine schwarze Mütze im sogenannten Greifswalder Format. Das Couleur – und auch der feierliche Chargenwichs – orientieren sich insgesamt am Auftritt des Lützower Freikorps. Die Fuxen tragen ein zweifarbiges Band in schwarz-rot-schwarz mit ebenfalls goldener Perkussion.

Die Farben der Markomannia Aachen waren grün-weiß-gold mit silberner Perkussion. Sie werden heute weiter durch die ursprünglichen Aachener Mitglieder und als Traditionsband durch die Chargierten der Aktivitas geführt.

 

Heraldik

Das Wappen der Markomannia Aachen Greifswald ist das ursprüngliche Wappen der Greifswalder Markomannia. Es handelt es sich um ein sogenanntes Herzschild mit vier Wappen- und einem Mittelschild. Im Uhrzeigersinn von oben links zeigen die Wappenschilder: die Farben der Markomannia und das Gründungsdatum, den Greifen als Sinnbild für Greifswald, den Wappenspruch der Markomannia, sowie den Ur (Auerochse) als Sinnbild für Stärke. Das Mittelschild zeigt schließlich den Markomannenzirkel

Als Ergebnis der Fusion führt die Markomannia einen Wappen- und einen Wahlspruch. Der Wappenspruch ist der der Markomannia Greifswald - „Animo Vigemus“ (Wir sind frohen Mutes!) - und der Wahlspruch, jener der Markomannia Aachen – „Viribus Unitis“ (Mit vereinten Kräften!). Beide Sprüche stehen sinnbildlich für das innere Selbstverständnis der Markomannia.

Wie die meisten studentischen Verbindungen führt die Markomannia auch einen Zirkel, der als äußeres Erkennungsmerkmal unter Verbindungsstudenten dient und meist hinter der Unterschrift geführt wird. Stilistisch ist er um ein verziertes M aufgebaut.

 

Bundeslied

Das Bundeslied der Markomannia ist eine erweiterte Fassung des Liedes „Brause Du Freiheitssang“, welches auch als „Deutsches Burschenlied“ bekannt ist. Gedichtet wurde es ursprünglich von dem Gießener Rechtsstudenten Karl Follen (1795-1840) nach der Melodie der preußischen Volkshymne. Karl Follen war Teilnehmer an den Befreiungskriegen und Mitbegründer der burschenschaftlichen Bewegung (als Führer der "Unbedingten" und "Gießener Schwarzen").

 

1. Brause, Du Freiheitsang,

Brause, wie Wogendrang
aus Felsenbrust!
Feig bebt der Knechte Schwarm,
Uns schlägt das Herz so warm,
Uns zuckt der Jünglingsarm
Voll Tatenlust!

2. Gott Vater, Dir zum Ruhm

Flammt Deutschlands Rittertum
In uns auf´s neu`,
Neu wird das alte Band,
Wachsend wie Feuersbrand,
Gott, Freiheit, Vaterland,
Altdeutsche Treu`!

 

3. Einfach und gläubig sei,

Mutig und keusch und frei
Herrmanns Geschlecht!
Zwingherrnschaft, Zwingherrnwitz
Malmt Gottes Racheblitz,
Euch sei der Herrschersitz
Freiheit und Recht!

4. Freiheit in uns erwacht

Ist Deine Geistesmacht;
Dein Reich genaht!
Glühend nach Wissenschaft,
Blühend in Ritterschaft,
Sei Deutsche Burschenschaft
Ein Bruderstaat!

 

5. Halle, Du Becherklang,

Schalle, Du Jubelsang,
Aus deutscher Brust!
Ein Herz, ein Leben ganz,
Stehn wir ein Sternenkranz,
Um einer Sonne Glanz,
Voll Himmelslust.

6. Schwarz: unser Lützowkleid,

Gold: Aachens Herrlichkeit,
Rot: Burschenblut.
Einig am Pommernstrand
Schwörn wir dem Vaterland
Brüderlich zugewandt
Bist uns höchstes Gut.

 

 

Die letzte Strophe wurde gedichtet, um der zweiseitigen Herkunft und der Einheit der Markomannia zu gedenken.

 

Fechtstandpunkt

Die Markomannia ist eine pflichtschlagende Verbindung mit konservativen Mensurprinzip. Sie verlangt von ihren Mitgliedern, drei genügende Partien zu schlagen. Als Mitglied des Allgemeinen Greifswalder Waffenringes (AGWR) schlägt sie ihre Partien zumeist auf dessen Comment. Als Waffe wird hierzu der Glockenschläger geführt.