Die Geschichte der Burschenschaft Markomannia Aachen Greifswald

 

Als Fusionsbund kann die Markomannia auf eine lange und ereignisreiche Geschichte blicken, die den Bund bis heute prägen und heute die Grundlage für die weitere Entwicklung unserer Verbindung legen.

 

B! Markomannia Aachen

Die Geschichte der Markomannia Aachen beginnt am 22. April 1953 im Handelshof zu Essen, in welchem die Akademische Verbindung Markomannia aus vier Burschenschaften des ehemaligen Paukrings des Oldenburger Polytechnikums gegründet wurde. Namentlich waren dies die Burschenschaften Silesia Wismar, Rhenania Wismar, Tuiskonia Ilmenau und Merovingia Oldenburg, deren Traditionen dadurch nach der zwangsweisen Auflösung und Gleichschaltung der Burschenschaften und aller Studentenverbindungen im Dritten Reich und dem Zweiten Weltkrieg wiederbelebt wurden.

Zwei Jahre später erfolgte die Umbenennung in Burschenschaft Markomannia und die Kontaktaufnahme zum Aachener Delegierten Convent. Am 25. Mai 1956 erfolgte schließlich unter dem Farbenschutz der Aachener Burschenschaft Teutonia auf dem Burschentag in Landau die Aufnahme zur Probe in die Deutsche Burschenschaft.

Durch persönliche Bekanntschaften entstand bald eine enge Bindung zu den Burschenschaften Cheruskia Wismar und Hansea-Silesia Wismar, sowie der Landsmannschaft Palaio-Germania Köthen zu Einbeck, die schließlich in den Altherrenverband der Markomannia aufgenommen wurde. Dies bedeutete eine immense ideelle und materielle Unterstützung für den noch jungen Fusionsbund. Nach der Einzelmitgliedschaft einiger Bundesbrüder erfolgte zum Burschentag 1976 zunächst die Aufnahme der Aktivitas in die Burschenschaftliche Gemeinschaft; Mitte Oktober entschloss sich der Altherrenverband, dem Beispiel der Aktivitas zu folgen.

Die Markomannia Aachen war stets klar waffenstudentisch ausgerichtet und lebte treu den Traditionen Ihrer Gründungskorporationen. Dennoch kam es leider bis 1999 zu einem stetigen Rückgang der Aktivenzahlen, was das Bundesleben schwer belastete.

 

B! Markomannia Greifswald

Im Laufe des Jahres 1987 fanden sich mehrere Medizinstudenten um entschlossen studentisches Liedgut zu pflegen und regelmäßig zusammen zukommen und am 6. November gründete sich die Markomannia als Herrensingverein. Als erste Konstante wurde nunmehr ein selbstbetriebener Studentenclub in der Markarenkostraße gefunden, der später als „Falle“ bekannt werden sollte. Diese einfach wie rustikale Heimstatt war lange Jahre Mittelpunkt des Verbindungslebens und wurde dabei gut bewirtschaftet, gepflegt und ausgebaut. In den folgenden Wochen traten weitere Kommilitonen dieser Gemeinschaft bei und ausgehend von den Gründungsburschen, konnte nur derjenige Student Zugang erhalten, der in ihren Reihen einen Bürgen fand. Aus der heutigen Sicht ist dieses erste Jahr des Bestehens der Markomannia der Abschnitt der Entwicklung zur studentischen Korporation allgemein.

Hier galt es, das Prinzip einer studentischen Verbindung neu zu erkennen und mit Leben zu erfüllen, wobei systembedingt keinerlei Informationen aus der Greifswalder Universitätsgeschichte oder über das Korporationswesen aus anderen Teilen Deutschlands vorlagen.
So gründete sich eine Studentenverbindung mit dem Namen "Deutsche Studentenverbindung (DStV!) Markomannia Greifswald" und im November 1988 erfolgte die Wahl ihrer ersten Chargen und im Wintersemester 1988/1989 wurden die ersten Füxe in den Bund aufgenommen.

Ohne sich dem bereits vollauf bewusst zu sein, war die Deutsche Studentenverbindung bereits stark burschenschaftlich geprägt. Dies spiegelte sich unter anderem im gepflegtem Liedgut wieder - auf Seite zwei der damals noch handgeschriebenen Kommersbücher stand das Lied: "Deutsche Burschenschaft", welches schon zu dieser Zeit zum Bundeslied bestimmt wurde. Auch wurden 1988 das Vaterlandsprinzip, sowie die burschenschaftlichen Farben für die Markomannia übernommen.

Der eigentliche Durchbruch in der Entwicklung zur Burschenschaft begann mit den Demonstrationen auf Greifswalds Straßen - beteiligt waren alle Bundesbrüder - und dem Fall der Mauer. Durch dann mögliche Besuche bei westdeutschen und damals noch Westberliner Burschenschaften, erhielten die Greifswalder Markomannen einen Einblick in deren Bundesleben, Struktur und Arbeit. Hinzu kam der erste Einblick in das bis dahin in Ostdeutschland vergessene akademische Fechten.

Im März 1990 erfolgte schließlich die Umbenennung in "Burschenschaft Markomannia Greifswald". Am 30. April 1990 wurde ein Freundschaftsabkommen mit der Königsberger Burschenschaft Teutonia und Greifswalder B! Germania vereinigt zu Marburg an der Lahn geschlossen. Aufgrund der weiten Entfernung und divergierender Entwicklungen, wurde dieses später gelöst, allerdings war der erste Einfluss und geleistete Beistand immens und prägend. Im Januar 1991 gründeten fünf Inaktive Burschen im Auftrag des Burschenconventes den Altherrenverband der Markomannia.

Das schlagende Prinzip wurde am 23. Mai einstimmig angenommen und der Greifswalder Tradition entsprechend der Glockenschläger als Waffe eingeführt.
Am 22. September 1990 wurde schließlich die erste Partie auf die Farben der Markomannia gefochten, diese kam unter Waffenschutz der Berliner Burschenschaft Gothia gegen die Akademische Landsmannschaft Sachsen zu Leipzig in Saaleck am Fuße der Rudelsburg zu Stande. Seit November 1990 lief in Greifswald ein regelmäßiger Paukbetrieb an und im März wurde die allgemeine Paukpflicht für jeden Aktiven durchgesetzt. In der Folgezeit wurde der Paukbetrieb kontinuierlich verbessert und so entschloss man sich im Sommer 1992, die Pflichtmensur einzuführen.

Seit dem Burschentag 1991 in Eisenach ist die B! Markomannia Greifswald Mitglied der Deutschen Burschenschaft, wobei die Aufnahme einstimmig erfolgte. Im Juli 1991 wurde mit der Aktivitas der Berliner Burschenschaft Gothia ein Freundschaftsabkommen unterzeichnet. Auch hier resultierte aus mitgeteilten Ideen, geleistetem Beistand und personeller Unterstützung eine burschenschaftliche und waffenstudentische Weiterentwicklung.
Anlässlich des 4. Stiftungsfestes der B! Markomannia Greifswald im November 1991 fochten Greifswalder Studenten nach über einem halben Jahrhundert wieder auf einem Mensurboden in Greifswald, darunter befanden sich auch zwei Mitglieder der Burschenschaft Markomannia.

Die B! Markomannia Greifswald war maßgeblich an der Gründung des "Allgemeinen Waffenringes zu Greifswald (AWR)" sowie an der Organisation von erstem Marktfrühschoppen und erstem Korporationsball in Greifswald beteiligt.
Auf gegenseitige Besuche und gemeinsam verbrachte Burschentage gründet sich ein sehr gutes Verhältnis zu der Grazer Akademischen Burschenschaft, welches seit dem Wintersemester 1993/1994 durch ein halboffizielles "Achsenabkommen" manifestiert wurde.

In burschenschaftlicher Hinsicht wurde die konservative Verbandsarbeit ausgebaut; einem Bundesbruder gelang es, in das Greifswalder Studentenparlament gewählt zu werden.

Im Frühjahr 1995 wurde mit der „Etage“ eine neue Konstante - ein angemietete Stockwerk in der Bahnhofstraße - bezogen. Neben mehreren Räumen für das burschenschaftliche (Zusammen-)Leben wurden dort auch mehrere Aktivenzimmer eingerichtet; notwendige, nicht immer kleine Umbauten wurden meist durch Eigeneinsatz bewältigt. So steigerte sich die Kontinuität des Aktivenlebens, wovon neben anderen Veranstaltungen insbesondere auch der Paukbetrieb profitierte.

In den folgenden Jahren knüpfte die B! Markomannia Greifswald enge Kontakte zu einzelnen Verbandsbrüdern und anderen Bünden der Deutschen Burschenschaft.
Darunter lernte man die Altherrenschaft der Burschenschaft Hevellia Berlin kennen und schätzen. Nach gemeinsamen Veranstaltungen wurde zwischen ihr und der Markomannia ein Freundschaftsverhältnis geschlossen.

 

B! Markomannia Aachen Greifswald

Seit 1996 entwickelten sich über Umwege erste Kontakte zwischen Mitgliedern der Burschenschaften Markomannia Aachen und Greifswald. Schnell stellte man fest, dass man neben dem Namen auch weitere Gemeinsamkeiten hatte und sich ähnlichen strukturellen Problemen ausgesetzt sah. Man erkannte die Möglichkeit den Weg zukünftig gemeinsam zu gehen um gemeinsam eine starke gemeinsame Markomannia zu bilden. Die Beziehungen wurden enger und man begann mit der bedächtigen Planung einer möglichen Fusion beider Bünde. Diese wurde schließlich Pfingsten 1999 durch ein Vereinigungsstiftungsfest vollzogen, wodurch die Burschenschaft Markomannia Aachen Greifswald entstand.

Alsbald begann auch die Planung einer neuen festen Konstante, die im Jahre 2001 gebaut und zu Silvester offiziell bezogen wurde. In diesem festen Heim wuchs der Bund immer stärker zusammen und entwickelte sich durch seine einfache und gerade Art zu einer auf allen Gebieten hoch geachtete Burschenschaft.